Wie ist denn das jetzt, mit dem „vom Leben lernen“?
Das Leben schmerzt manchmal und es ist manchmal alles andere als einfach. Und manchmal trifft einen das Leben so heftig, dass wir nicht mal fürs Kämpfen und Schützen fähig sind. (What doesn’t kill you makes you wish you were dead …)
Manchmal lassen uns Schicksale erkennen um was es im Leben wirklich geht. Wir lernen mit Dingen umzugehen. Wir lernen uns selbst besser kennen. Wir lernen. Wir wachsen. (Also dann doch: What doesn‘t kill you makes you stronger?)
Manchmal passieren aber Dinge im Leben, wo ich persönlich nicht ganz glauben kann, dass irgendwann der Moment kommt wo ich sagen kann „ahhh dafür musste ich diese Hölle durchleben… danke liebes Universum.“
Außerdem finde ich, dass man auch gut von anderen lernen kann. Ich finde ich muss nicht jede Scheisse selbst erleben um zu wissen, dass ich es scheisse finde (oder schmerzhaft oder traurig oder beschissen…).
Also warum müssen manche Menschen so viel (oder so oft) Schreckliches erleben, wohingegen andere schier singend durchs Leben gehen? Und ist es denn wirklich so, dass verschiedene Situationen da sind um zu „lernen“. Hat denn wirklich alles seinen „Grund“?
Ist alles was wir erleben Schicksal?
„Schicksal ist der Ablauf von Ereignissen im Leben des Menschen, die als von göttlichen Mächten vorherbestimmt oder von Zufällen bewirkt empfunden werden, mithin also der Entscheidungsfreiheit des Menschen entzogen sind.“
Nun gut. Wenn man dem Fatalismus glaubt, ist all das was wir erleben vorherbestimmt. Wir selbst als Mensch können unser Leben nur wenig beeinflussen. Alles hat eben seinen Grund.
Beim Voluntarismus hingegen, ist jede Handlung vom Willen des Menschen bestimmt.
Das bekannte Buch „The Secret“ baut auf dieses Prinzip auf. „The Secret“ sagt: Wir alle ziehen das an, was wir auch wirklich wollen. Wenn wir negativ durchs Leben gehen werden nur negative Dinge passieren. Sind wir selbstbewusst, selbstsicher und vielleicht etwas egoistisch (egoistisch im Bezug auf – ich will, ich bekomm auch), werden wir nur positive Dinge erfahren. In „the Secret“ geht es sogar so weit, dass wir allein durch unsere Willensstärke alles erreichen können. Vom perfekten Partner bis zum Ferrari in der Garage (natürlich Schuldenfrei). Das Alles würde auch erklären, warum reiche Menschen immer reicher werden oder warum Menschen die einen ausgeprägten Egoismus besitzen auch alles erreichen was sie wollen (auch wenn sie dabei über Leichen gehen). Wir ziehen also das an, was wir auch wirklich wollen (Erfolge, Menschen, Geld, Macht usw.)
Ich selbst habe das Buch einige Male gelesen und muss sagen, dass vieles sehr einleuchtend ist. Ich glaube auch, dass man, wenn man positiv durchs Leben geht, das Leben selbst auch viel schöner und einfacher ist. Eben happy girls are the prettiest girls. Außerdem ist Auftreten alles im Leben.
Trotzdem tröstet mich der Gedanke ans Schicksal bzw. das Prinzip von „alles hat seinen Grund“ schon viel mehr. Ich glaube nicht, dass Menschen die einen anderen Menschen verlieren (egal auf welche Art auch immer) ein solches Schicksal selbst heraufbeschworen haben. Außerdem macht es mich sehr traurig zu sehen, dass manche Menschen immer wieder mit den schrecklichsten Schicksalsschlägen kämpfen müssen, bzw. kann ich nur sehr schwer akzeptieren, dass es Menschen gibt die immer und immer wieder vor den Trümmern ihres gebrochenen Herzens stehen müssen…
Ganz egal wie, Mama sagt „Kein Mensch bekommt vom lieben Gott eine Aufgabe die er nicht bewältigen kann…“
Natürlich könnte ich diesen Satz jetzt auch wieder skeptisch hinterfragen, aber weil ich da sicher vom Hundertsten ins Tausendste kommen würde, und ich sowieso keine passende Antwort zu dem Warum finde lass ich Mamas Weisheit so stehen und hoffe einfach, Mama hat Recht.
(PS.: ich glaube jeder Mensch kriegt was er verdient… der Eine früher der Andere später. Manche vielleicht erst im Alter – und ich denke da jetzt an schlimmer Demenz, Einsamkeit, Inkontinenz oder übergroße schlimm schmerzende geschwollene Hoden… ach geißelt mich nicht… ich bin ja auch nur ein Mensch.)