suchen und finden…

In Kommunikation haben wir eine Geschichte gehört und sollten darüber nachdenken. Die Geschichte ging so:Ein Betrunkener sucht unter einer Laterne verzweifelt seinen Schlüssel. Ein Polizist der vorbei geht, bietet ihm seine Hilfe an und so beginnen sie zu zweit weiter zu suchen. Nach einiger Zeit fragt der Polizist ob er den Schlüssel auch wirklich hier verloren hat. Daraufhin antwortet der Betrunkene: „Nein, Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“

Ich habe lange über diese Metapher nachgedacht.

Es ist natürlich so, dass es viel angenehmer und einfacher ist, unter einer Laterne zu suchen als in der Dunkelheit. Man geht eben den leichteren Weg. Auch wenn man vielleicht sogar selbst weiß, dass man so seinen Problemen nur aus dem Weg geht. Sie ignoriert.

Viele wollen ihre Probleme nicht wahrhaben, Fehler eingestehen oder vielleicht sogar noch offen und laut sagen, dass sie einen Fehler gemacht haben. Nein. Dann doch lieber nicht hin sehen und unter der Laterne weiter suchen oder es am besten gleich ganz lassen.  

 Ich glaube es gibt viel zu viele unter uns, die lieber an der Oberfläche kratzen (da wo es hell ist) und nie in die Tiefe des Problems gehen (oder in die Tiefe von Gefühlen). Ich denke es gibt viel zu viele unter uns, die viel lieber an der falschen Stelle suchen, als das Problem an den Eiern zu packen und sich mit dem Schmerz der dadurch vielleicht entsteht auseinander zu setzen. Viel zu viele, die viel lieber aufgeben – davon laufen, als sich der Finsternis zu stellen.

Wahrscheinlich ist es auch ein stückweit Selbstschutz. Angst sich selbst zu verletzen, falls das nicht so klappt, mit dem „an den Eiern packen“.

 Wo sind denn all die Menschen hin, die für die Dinge kämpfen die sie lieben, die für ihre Meinung gerade stehen und Fehler eingestehen? Gibt es in unserer schönen Welt wirklich so viele Egoisten, die Probleme lieber ignorieren und dann abhauen wenn’s zu mühsam wird, als sich den Problemen zu stellen und Dinge einfach mal zu reparieren?

Ich muss dir hier ganz ehrlich sagen, dass mich diese Tatsache wirklich wahnsinnig traurig macht.

Ich hoffe wirklich, es gibt sie noch da draußen. Die, die sich trauen zu reden. Die, die sich auch mal mit unangenehmen Dingen beschäftigen. Diese Menschen die wenn nötig, auch mal einen Schritt zurück machen, um dann gemeinsam wieder weiter gehen zu können…

5 Kommentare zu „suchen und finden…

  1. Danke für die Anregung zum Nachdenken. Tut gut zu wissen mit dieser Ansicht nicht alleine da zu stehen.

    Ergänzend zum letzten Absatz:
    Die Menschen die nicht versuchen ihre eigenen Unzulänglichkeiten mit Hilfe von anderen auszubessern, respektive Menschen die denken dass sie nur mit einem Counterpart vollständig/vollwertig sind.

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    1. Ich hab viele Kommentare und Nachrichten bekommen von Menschen die auch der Ansicht sind… also es gibt sie ja doch noch iwo da draussn 🙂
      Aber zu deinem Absatz… denkst du wirklich das Menschen einen Gegensatz suchen um „Glücklich“ zu sein? Denkst du nicht auch „gleich und gleich Gesellt sich gern?“ Ist es nicht so das Menschen die komplett konträr sind sich eher schwer tun sich zu ergänzen? Oder habe ich deinen Kommentar (bzw dich)falsch verstanden? Wenn ja, entschuldige ich mich jetzt gleich mal! 🙂 Lieber Grüße

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      1. War eher so gemeint dass manche jemanden an ihrer Seite „brauchen“ um sich vollständig / vollwertig zu fühlen. Ob die auserwählte Person nun Gegensätzlich ist oder „mir“ ähnlich sei jetzt mal dahingestellt.
        Wir kennen alle jemanden der so typisch „Beziehungs-Hopper“ ist und von einer in die nächste springt weil derjenige nicht allein sein kann/will.
        So war das gemeint. Hab aber auch lange überlegt wie ich das formulieren soll.

        Lg

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