Es war nie für immer…


„‘How do you sustain a relationship without the zsa zsa zsu?’
‘The what?’
‘That butterflies-in-your-stomach thing that happens when you not only love the person, but you gotta have them. Isn’t that what gets you through the years? Even if it fades, at least you have the memory of the zsa zsa zsu…’”

Eine Viertelsekunde nur, ein Augenblick reicht  nach Erkenntnis der modernen Wissenschaft schon aus, um sein eigenes Schicksal zu besiegeln – und sich zu verlieben. Der WOW Effekt. Dieser Moment wenn man einen Menschen das erste Mal sieht (oder auch weitere Male) und die Knie weich werden. Das Herz rast. Man zittert, der Blutdruck steigt und natürlich dieses Kribbeln im Bauch. Die Schmetterlinge. Das Zsa Zsa Zsu. Nicht zu vergessen das ständige an den anderen Denken. Wann schreibt er, warum schreibt er nicht, wann sehe ich ihn wieder. Dieses unglaubliche Bedürfnis den gegenüber zu fühlen, zu küssen, ja eben – „you not only love the person, but you gotta have them“

In der Medizin würde man all die oben genannten Symptome weniger romantisch bezeichnen. (Wie immer ist die Medizin nicht romantisch) – Zwangsgedanken, veränderte Wahrnehmung, unkontrollierbares Verlangen, Schlaf- und Appetitlosigkeit. Kurz und knapp – eine Zwangsneurose. Die Wissenschaftlerin Donatella Marazziti hat den Serotoninspiegel verliebter und zwangsneurotischer Menschen miteinander verglichen und herausgefunden, dass das Glückshormon beider Testgruppen etwa 40 Prozent unter dem Normalwert lag. 

Andreas Bartels, Neurobiologe am Max-Planck-Institut, hat die Hirnaktivität frisch verliebter Menschen mit einem Computertomografen dokumentiert und den Beweis für die Wirkung der beiden Neurohormone im Belohnungssystem des Gehirns gefunden. „Oxytocin und Vasopressin leiten im Striatum einen dramatischen Lernprozess ein, der spezifisch auf soziales Lernen ausgerichtet ist“, so der Experte. Verliebte Menschen besitzen eine selektive Wahrnehmung. Die angebetete Person wird grenzenlos idealisiert. Hirnareale, die für kritisches Urteilen zuständig sind, werden gleichzeitig deaktiviert. Schlaflose Nächte, schweißnasse Hände, rasender Puls und Appetitlosigkeit. Eine Mischung aus Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol bringt den Organismus verliebter Menschen zusätzlich durcheinander. Darüber, wie lange dieser prickelnde Zustand anhält, sind sich Experten allerdings nicht einig. Denn wie bei anderen Drogen auch, kommt irgendwann der Gewöhnungseffekt und die Wirkung der Verliebtheit lässt nach. Maximal hinauszögern lässt sich dieses „High“ angeblich zwei Jahre lang. Wenn sich die Verliebten bis dahin keine gemeinsame Basis erschaffen haben, gehen sie aller Wahrscheinlichkeit nach wieder getrennte Wege. Dies erklärt dann auch warum so viele Beziehungen im Durchschnitt nach 2 Jahren beendet werden. 

All das klingt für mich wahnsinnig. Trotzdem – man will genau DAS. Okay Nein, nicht jeder will es,braucht es –dieses Zsa Zsa Zsu. Wisschenschaftler sagen auch, dass sich auch ohne Liebe auf den ersten Blick, nach einer Zeit ähnliche Hormoneentwickeln. Also auch ohne Zsa Zsa Zsu kann es natürlich zu einer wunderbaren Liebe – Beziehung kommen. Aber ist es dann auch dasselbe? 


Wenn ich es nicht selbst schon mal erlebt hätte, würde ich an diesen ganzen Liebe auf den ersten Blick Scheiss nicht glauben. Doch es gibt ihn. Und wie bei jeder anderen Droge – wenn man es einmal gefühlt hat, einmal gespürt hat – bis in jede kleinste Zelle im Körper – möchte man es wieder haben. Es ist einfach eine Beziehung zu führen ohne diesen WOW-Effekt. Auch das hatte ich schon…

Jetzt im Nachhinein denke ich viel darüber nach ob es genau deshalb nicht funktioniert hat. Weil dieser Moment nie da war. 
Es ist seltsam. Bis dahin hätte ich mir nie gedacht, dass ich jemals in so eine Beziehung rutsche. Eine in der ich von Beginn an wusste, dass ich keine Beziehung möchte. Weil dieses Kribbeln fehlte. Ich würde nie sagen, dass diese Art von Beziehung nicht schön war und sie war auch definitiv erfüllt von einer Art von Liebe. Irgendwie war es Liebe… es war nur nie – Verliebtheit. Dieses kleine zarte Wort hat plötzlich so viel Gewicht. Wurde so groß, so intensiv, viel zu ehrlich. Ich hätte es mit ihm nie in Zusammenhang gebracht. Und all das nur wegen dem Fehlen von diesem beschissenen Zsa Zsa Zsu. Jetzt kann ich´s verstehen. Ich kann verstehen warum Menschen eine Art Beziehung führen, aber es nicht zu etwas fixem kommen lassen. Ich war an dieser Stelle. Und ja, es gibt diesen Sex ohne Liebe. Und er ist toll und ich traue mich jetzt zu behaupten, dass er noch viel besser ist als mit diesem furchtbar großen Gefühl vom Verliebt sein. Er ist einfacher, rauer, ohne Selbstzweifel, ohne negative Gedanken. 
Leider ist so eine Art von Beziehung immer zum Tode verurteilt. Weil sich in den meisten Fällen einer der beiden verliebt. 
Und dann endet es. Und ja es trifft einen hart. Es tut weh und obwohl man weiß, dass es nie was Ernstes werden hätte können, tut´s weh. Vielleicht ist das auch nur Egoismus und gekränkte Eitelkeit aber man will einfach nicht das es endet weil es schön war und einfach und ohne Verpflichtungen. Und dann kämpft man um den Menschen und macht Hoffnung obwohl man weiß das sie unnötig sind. Und somit endet es man lässt einen Menschen gehen, den man ja – irgendwie doch geliebt hat.


Ich hab mit dem Teufel gepokert und hab verloren… und jetzt sitze ich hier, weine um einen gescheiterten Versuch zu lieben und verbrannten Flügeln. 

 

 

2 Kommentare zu „Es war nie für immer…

  1. Großartig geschrieben und spricht mir so ehrlich und direkt aus der Seele, wie kaum ein anderer Text – rauh und unzensiert.

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